Erektile Dysfunktion

Erektile Dysfunktion

Erektile Dysfunktion

Beschreibung

Erektile Dysfunktion (ED) ist eine sexuelle Störung bei Männern. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer ED, deren Ursachen vorwiegend körperlicher Natur sind. In einigen Fällen – vor allem bei jüngeren Männern – können aber auch psychische Faktoren die Störung provozieren (z.B. Depressionen, Angstzustände). Häufig ist die erektile Dysfunktion eine Folge der Atherosklerose und damit ein ernstzunehmendes Alarmsignal für Schlaganfall oder Herzinfarkt bei Männern über 50 Jahren. Nach der Diagnose einer erektilen Dysfunktion sollte der Patient den Rat eines Internisten und eines Kardiologen einholen.

Symptome

Aus medizinischer Sicht liegt eine erektile Dysfunktion vor, wenn ein Mann bei den meisten Versuchen über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten keine ausreichende Erektion des Penis für den Koitus erreichen oder aufrechterhalten kann. Der Penis ist entweder nicht hart genug oder entspannt sich zu schnell.

Vorübergehende, plötzlich auftretende oder einzelne Episoden von sexueller Impotenz werden in der Regel nicht als behandlungsbedürftige Erkrankung angesehen.

Ursachen und Risiken

In der Mehrzahl der Fälle ist die erektile Dysfunktion auf mehrere Ursachen zurückzuführen, und mit zunehmendem Alter sind körperliche Faktoren von grösster Bedeutung. Neben Krankheiten wie Diabetes (Diabetes mellitus), Multipler Sklerose, Parkinson und Bluthochdruck (Hypertonie) sind Verletzungen des schwammigen Peniskörpers und langjähriger Alkohol- oder Nikotinkonsum weitere mögliche Ursachen. Darüber hinaus können Übergewicht, Verkalkung der Blutgefässe, Bewegungsmangel oder eine unausgewogene Ernährung zu Erektionsstörungen führen. Auch Störungen des Bewegungsapparates (z.B. Bandscheibenvorfall, Rückenmarkverletzung, Blockaden im Bereich der Lendenwirbelsäule) und der Einfluss von Medikamenten (z.B. Psychopharmaka, Betablocker, Antiandrogene) können die Potenz des Mannes beeinträchtigen.

Obwohl das männliche Geschlechtshormon Testosteron oder dessen Mangel (Hypogonadismus) in erster Linie beim sexuellen Verlangen (Libido) eine Rolle spielt, können bei schweren und anhaltenden Mängeln auch erektile Probleme verursacht werden.

Untersuchung und Diagnose

Um die Ursachen sexueller Probleme zu klären, sollte zunächst ein Anamnesegespräch mit dem Urologen geführt werden, in dem auch besondere Risiken oder eingenommene Medikamente berücksichtigt werden müssen. Nach der anschliessenden körperlichen Untersuchung können mittels Sonographie mögliche Verletzungen festgestellt werden, und eine Blutprobe kann Hinweise auf hormonelle Störungen (z.B. Testosteronmangel) oder Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus) geben.

In besonderen Fällen wird die intrakavernöse Autoinjektionstherapie mit der Pharmakoduplex-Sonographie durchgeführt. Hierbei wird ein gefäßerweiterndes Medikament mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Schwellkörper gespritzt, woraufhin der Blutfluss in den Penisarterien mit Farbultraschall gemessen wird. Nur in sehr seltenen Fällen ist die Durchführung einer selektiven Penisangiographie oder einer Röntgenaufnahme des Schwellkörpers (Kavernosographie) angezeigt.

Behandlung

Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion werden in der Mehrzahl der Fälle Medikamente eingesetzt, wenn keine Kontraindikationen vorliegen. Die wichtigste Substanzgruppe sind die Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer, z.B. Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil oder Avanafil). Die verschiedenen Präparate unterscheiden sich in der Geschwindigkeit und Dauer ihrer Wirkung. Diese Präparate hemmen das körpereigene Enzym PDE-5, das für die Reduktion eines Neurotransmitters verantwortlich ist, der bei sexueller Erregung produziert wird und die Durchblutung des Penis steuert.

Eine weitere Methode ist die intrakavernöse Autoinjektionstherapie, bei der ein erektionsauslösendes und durchblutungsförderndes Medikament mit einer sehr feinen Nadel in die Schwellkörper gespritzt wird. Bei der MUSE-Methode (Medical Urethral System for Erection) wird das durchblutungsfördernde Prostaglandin E in die Harnröhre eingeführt.

Bei der Vakuumtherapie wird ein an einer Saugpumpe befestigter Kunststoffzylinder über den Penis gelegt. Durch die Erzeugung von Unterdruck strömt Blut in das Glied und erzeugt dadurch eine Erektion. Ein an der Peniswurzel angebrachter Sensor verhindert den Rückfluss des Blutes – dieser sollte jedoch nach 30 Minuten entfernt werden, um Durchblutungsstörungen zu vermeiden.

Für alle Formen der schweren erektilen Dysfunktion (z.B. nach radikaler Prostataoperation oder Verletzung) gibt es eine chirurgische Behandlungsmethode, die seit über 40 Jahren sehr erfolgreich ist. Dabei wird während der Operation durch einen kleinen Schnitt ein meist hydraulisches Penisimplantat eingesetzt. Es besteht aus zwei Zylindern, die in die Schwellkörper eingeführt werden. Die Pumpe zur Aktivierung und Deaktivierung befindet sich im Hodensack. Über einen dünnen Schlauch wird eine Verbindung zu einem Reservoir im Unterbauch hergestellt. Wenn der Patient nun die Pumpe durch die Haut des Hodensacks drückt, kann er eine sterile Infusionslösung aus dem Reservoir in den Zylinder pumpen. Dies führt zu einem Versteifungselement, das äusserlich nicht von einer normalen Erektion zu unterscheiden ist. Das Gefühl des Penis wird nicht beeinträchtigt, d.h. der Patient kann wie bisher Orgasmen haben und ejakulieren. Die Zufriedenheit von Patient und Partner beträgt jeweils mehr als 90 Prozent.

Verlauf und Prognose

Dank der derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten der erektilen Dysfunktion kann fast jedem Patienten erfolgreich geholfen werden. Wichtig ist dabei eine individuelle Diagnose und Beratung, die die Wünsche und Erwartungen des Patienten und seines Partners berücksichtigt.

Was kann der Patient selbst tun?

Durch die Vermeidung schädlicher Einflüsse (z.B. Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum) kann der Patient eine Verbesserung seiner Erektionsfähigkeit erreichen. Von besonderer Bedeutung sind dabei regelmäßige körperliche/sportliche Aktivität und die Reduktion der viszeralen Adipositas (überschüssiges Bauchfett). Wissenschaftliche Studien zeigen, dass dadurch eine signifikante Verbesserung der Erektionsfähigkeit möglich ist.